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Trust your Gut

Ich bin kein Berliner. Ich bin waschechte Potsdamerin. Und deswegen habe ich tatsächlich Helmi gegoogelt, als mir meine Berliner Freundin geschrieben hat, dass wir dort ihren Geburtstag feiern. Schnell habe ich also rausgefunden, dass das die Abkürzung für den Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg ist. Ein Ort für Junkies und Ökomuttis, Ticker und Hipster. Aber das wusste ich damals natürlich noch nicht.

Lukas und ich sind also eines schönes Abends nach Berlin gefahren, um in den Geburtstag meiner Freundin reinzufeiern. Das war ein schöner Abend und als wir uns dann weit nach zwölf wieder auf den Weg Richtung Heimat machen wollten, hielt ich noch einmal inne und schaute mich um. Und auf einmal durchströmte mich ein absolutes Gefühl von Wärme, Vertrautheit, aber auch Aufregung und Potenzial. Ja das klingt jetzt kitschig … aber anders kann ich es nicht beschreiben. Also sage ich zu Luki: „Du irgendwie fühl ich mich hier unglaublich wohl. Hier zu wohnen muss der absolute Traum sein.“

Die Wochen vergehen. Das Leben plätschert so hin. Ich drehe und hab frei, Lukas zieht aus seinem Elternhaus aus, ich wohne noch bei meinen. Und ich beschließe eine Ausbildung zur Yogalehrerin zu machen. Stellt sich natürlich die Fragen: Wo? Wie? Wann? Nichts scheint so richtig zu passen.

Also erinnere ich mich wieder daran was ich weiß. Fake it till you make it. Ich checke also Yogastudios in Berlin aus. Völlig egal ob die da ausbilden oder nicht. Und so lande ich also im W60. Einem kleinen aber sehr feinem Yogastudio in Berlin. Und schwubs. Schon wieder habe ich dieses Gefühl. Das Gefühl ist gleichzeitig „Hier sein zu dürfen ist der absolute Traum“ und „Hier gehör ich her.“ Aber leider gefällt mir der Yogastil nicht besonders und die bilden eh nicht aus. Schade. Naja. Wochen später komme ich auf die geniale Idee einfach mal Yoga Ausbildung Berlin zu googlen. Und ich stoße auf eine Frau, die freiberuflich Yogaausbildungen anbietet. Wir Telefonieren und es kommt raus, dass sie selber mal Schauspielerin war und auch mit neunzehn ihr Ausbildung gemacht hat. Die Chemie stimmt, alles passt und am Ende sagt sie: Ach übrigens die Ausbildung wird im W60 stattfinden. What??? Ich kann es fast nicht glauben. Ok Universe. Thank You!

So beginnt also meine Ausbildung. Ich steige morgens in den Regio um pünktlich in Berlin anzukommen. Zeitgleich drehe ich in Köln Club der roten Bänder und mein Bedürfnis auszuziehen wächst und wächst. Was Lukas kann, kann ich schon lange!

Also fange ich an nach Wohnungen zu suchen. Da ich mich wie gesagt zu dem Zeitpunkt eher schlecht als recht in Berlin auskenne, suche ich in der nähe des W60. Immerhin habe ich dann einen kurzen Weg zur Ausbildung. 

Eines magischen Tages bin ich also auf einer unsere Lieblingswohnugssuchseiten und finde zwei Wohnungen die von den Fakten her erstmal sehr gut passen. Und bei beiden steht: Morgen Wohnungsbesichtigung. Ich radle also schnell zu Mama und Papa (die as usual im Café sitzen) und frag ob sie mich morgen begleiten wollen. Mama spürt: Da ist was Wichtiges!

Ich fahr schon früher in die Gegend, um auch den Weg mit der S-bahn kennenzulernen. Ich steige also aus der Straßenbahn und suche mir mit dem Navi den Weg zu der Adresse und während ich so laufe fällt es mir wie Schuppen von den Augen und ja richtig noch einmal um die Ecke und … ich stehe auf dem Helmholtzplatz. Die Wohnung ist keine 20 Meter davon entfernt. Long story short am nächsten Tag hatte ich die Mail das ich die Wohnung hatte. Moral of the Story: Trust your Gut!

Oft versuchen wir unser Leben im Kopf zu planen. Aber nur der Bauch kann uns sagen wo wir hingehören. Kopfentscheidungen tuen am Ende IMMER weh! Ein Tag später, einen Monat später, oder 30 Jahre später. Aber am Ende weiß der Bauch wo es langgeht. Dafür sensibler werden, es wahrnehmen und darauf hören ist glaube ich eine Lebensaufgabe. Manchmal geht es leichter.

Ich habe in den letzten Jahren gemerkt das wenn man sich fragt ob gerade etwas eine Kopfentscheidung ist, es meistens auch eine ist. Den das Gefühl was ich eben beschreiben habe, ist so eindeutig das man es eigentlich nicht verwechseln kann. Lustigerweise habe ich in dem Moment ja auch überhaupt nicht gedacht: Boah ich will hier hinziehen. Hätte ich das geplant wäre es wahrscheinlich überst der Krampf geworden eine Wohnung zu finden. Klar ganz ohne Action geht es auch nicht. Push and Pull. Lass die Dinge zu dir kommen, aber fange sie auch auf.

Ich muss mich momentan selber wieder daran erinnere meinem inneren Gefühl zu vertrauen. Oft muss ich dafür aber erstmal das ganze gequatsche und vorgestelle im Kopf runterfahren damit ich überhaupt wahrnehme wo mich dieses kindliche, reine Glücksgefühl hinleitet.

Because you deserve nothing less.

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